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Grundlage

Kommunikation gestaltet immer Beziehungen: die von Mensch zu Mensch oder zu seiner Umgebung, zu z.B. Produkten, Dienstleistungen oder Unternehmen.

Diese Beziehungen kommerziell motiviert zu "designen" ist zunächst – entgegen der verbreiteten Lehre – keine marketing­technische Disziplin.
Es ist vor allem eine ethische Disziplin.

Während das Bewusstsein und der Respekt im Umgang mit der Natur zu steigen scheint, scheint der vor Menschen zu sinken. Müllvermeidung mag physisch zunehmend gelingen – zwischenmenschlich gerät er bisweilen ins Unterirdische. Man muss nicht tief graben, z.B. bei Twitter, um den täglichen Unflat zu riechen.

Wir meinen: Nicht nur die Natur ist Natur, auch der Mensch ist solche. Die Nachhaltigkeits­forderungen, die für Dingen gelten, sollten auch für das Miteinander und die Kommunikation gelten. Bei den Worten, Bildern, Tönen und Absichten.

Die in der kommerziellen Werbe-Kommunikation stellenweise immer noch verbreitete Ansicht, man müsse Akzeptanz über Penetranz erreichen und seine "Zielgruppen überzeugen" (sei es intellektuell oder emotional durch z.B. Begeisterung), stellt ungefragt den eigenen Willen über den des Publikums.

Ihm gar einen begrenzten geistigen Horizont zu unterstellen, um die eigene Push-Methodik und Drücker-Mentalität zu rechtfertigen, ist verachtend. Ein solches Mind-Set ist die Ursache für die selbstverantwortete Behinderung des eigenen Erfolges.

Werteorientierte Kommunikation:

Werteorientierte Kommunikation wertschätzt das Individuum, mit dem sie kommuniziert.

Sie achtet auf die Bereitschaft des anderen, mit ihr kommunizieren zu wollen und respektiert dessen Wunsch, es nicht zu tun.

Sie dosiert sich selbst in Intensität, Dauer und Häufigkeit in dem Maße, wie es dem, mit dem sie kommunizieren will, angenehm ist.

Sie begreift Kommunikation als Interaktion, als stetigen Austausch von Informationen zwischen Individuen. Sie erkennt auch das Schweigen, das sich Verschließen oder Abwenden des Gegenübers als Information.

Sie trachtet nicht danach, zu überzeugen, sondern ist dienlich, Informationen bereitzustellen, die es Individuen ermöglichen, sich mit diesen selbst zu überzeugen.

Sie wertet ihre übermittelten Informationen nicht.

Sie behält eigenes Wissen nicht zum Nachteil des anderen vor. Erkennt sie Gefahren, teilt sie diese mit.

Sie wählt ihre Medien (Wortwahl, Bilder, usw.) entsprechend der Codes derer, mit denen sie in Interaktion treten möchte.

Sie achtet auf ein Höchstmaß an Präzision und Qualität. Entdeckt sie hierbei Mängel, gibt sie dies bekannt.

Sie weiß, dass es absolute Wahrheit nicht gibt, nur individuell-relative. Sie anerkennt des Anderen Sicht der Dinge und respektiert sie als deren individuelle Wahrheit. Wertet sie diese als "Irrtum", siehe a) "überzeugen" und b) ist sie bereit, vom anderen zu lernen.

Sie weiß um ihre technischen Fähigkeiten und emotionalen Wirkungen und setzt diese ausschließlich zum Wohle aller ein.

Die unvermeidbare manipulative Wirkung von Informationen geht von i.d.R. unbewussten, gespeicherten und angetriggerten Emotionen des Empfängers aus (> Selbstmanipulation > beeinflusst sein von eigenen Emotionen ohne Wissen um deren Ursprung). Werteorientierte Kommunikation nutzt dies niemals zum Nachteil des Anderen aus.

Sie unterscheidet stets zwischen Behauptung und Beweis. Sie gibt Behauptungen nicht als Beweise aus.

Sie verhält sich - soweit nicht juristisch oder zur Abwendung eigenen Schadens angehalten - verpflichtungsfrei.

Sie emotionalisiert sich selbst nur insoweit, wie sie anderen förderliche Gelegenheit zur Klärung gibt, angenehm ist und nützt.

Sie bestätigt stets den Empfang von Informationen. (Damit nicht zwingend ihren Inhalt).

Sie gendert nicht (siehe oben, 1. Satz).

Sie schreibt diese Leitlinie zur eigenen Nutzung nicht einfach ohne Quellennennung ab.

© Michael Schebesta 2020

Wenn Sie hierzu ergänzende Ideen haben, schreiben Sie uns oder empfehlen uns weiter. Herzlichen Dank.


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